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Lernen Sie uns kennen

Schwester Dagmar Plum MMS

 

Ich bin ein Jahr vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs geboren, das heißt in einer Phase des Untergangs, die uns gezeigt hat, dass alles möglich ist, wenn Gott nichts gilt.

Umgekehrt ist Unmögliches möglich, wenn Menschen an Gott glauben.

Ich war schon als Schülerin brennend an Fragen interessiert, die sich mit der Suche nach dem Sinn unseres begrenzten Menschenlebens befassen. Sollte ich mich in dieser Welt einrichten? Es nach den Vorstellungen einer gutbürgerlichen Existenz zu etwas bringen? Immer mehr Wohlstand? Und gleichzeitig immer mehr Armut bei Menschen, die auf niedrigstem Niveau ums Überleben kämpfen?

Nach dem Abitur machte ich ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer orthopädischen Kinderklinik und studierte anschließend Theologie und Romanistik. Es war eine Zeit, die von großen Vorbildern geprägt war: Johannes XIII, Helder Camara, Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Dorothy Day… Und es gab natürlich die anderen Identifikationsfiguren wie meine bäuerliche Großtante, die für mich eine Christusgestalt war.

Während meines Studiums verbrachte ich eineinhalb Jahre in Malawi/Zentralafrika. Dort taten sich Welten auf, die ich allerdings nur erkennen konnte, wenn ich meine europäische Brille ablegte. Ich hoffe, dass dies hin und wieder gelungen ist.

In Malawi lernte ich auch die Missionsärztlichen Schwestern kennen, bei denen ich 1977 eingetreten bin. Sie erreichen Menschen, deren von Menschen gemachte Armut, einen lebenslänglichen Einsatz für Gerechtigkeit geradezu herausfordert. Die drei Gelübde betrachtete ich als Grundlage für das Angerufensein von Gott. Ich wurde Teil einer weltweiten Gemeinschaft, die global vernetzt ist. Für mich war diese Weite wieder ein Privileg auf meiner Suche nach Gott!

Ich habe viele Jahre in der Theologischen Weiterbildung, Frauenseelsorge, als Dozentin im Priesterseminar in Malawi und Pakistan, im größten Immigrantenviertel der Niederlande, am Deutschen Institut für Ärztliche Mission in Tübingen und als freie Mitarbeiterin bei der Herderkorrespondenz, beim Südwestfunk und bei Missio und Misereor gearbeitet.

Sr. Dagmar im Romacamp in Albanien

In 2011 habe ich ehrenamtlich beim Jesuiten Flüchtlingsdienst Berlin angefangen und besuche Menschen in der Abschiebungshaft Eisenhüttenstadt. Davor habe ich 6 Jahre lang bei Solwodi in einem Frauenschutzhaus in Koblenz versucht, Frauen, die Opfer von Menschenhandel, Zwangsprostitution und schwerer Gewalt geworden sind, bei der Verarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse zu begleiten. Gegen Menschenhandel engagiere ich mich immer noch in zwei großen internationalen Netzwerken.

Der Kirche bin ich dankbar dafür, dass sie die Passion der Menschen ohne Wenn und Aber ernst nimmt.

Heutzutage kann ich daher mit dem Wort Jesu ‚‚Mein Reich ist nicht von dieser Welt“, mehr anfangen als früher. Denn wo sollte geschändeten Frauen und Kindern, Flüchtlingen und inhaftierten Menschen je Gerechtigkeit widerfahren, wenn nicht in dem Reich, das über allen Reichen ist und in dem alles möglich ist, vor allem die Erfüllung unserer Sehnsüchte nach Liebe und Gerechtigkeit.

Dagmar Plum MMS
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